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Schleudergefahr: Google-Sitemaps

Schleudergefahr

Schleudergefahr

Wohl die meisten Websitebesitzer möchten, das ihre Seiten gut über Google gefunden werden. Dazu muss Google all unsere Webseiten finden und “verstehen”.
Um Google dabei zu helfen, auch wirklich wichtigen Seiten zu finden, kann man eine sogenannte Google-Sitemap anlegen.

So weit so gut.

Das dafür vorgesehene XML-Format ist in der Praxis zu komplex, um es “von Hand” zu erstellen. Also sucht man nach einer automatischen Lösung. Ein Programm soll die Sitemap automatisch erstellen. Je einfacher, desto besser.

Das führt uns zu Problem 1:

Wenn wir einem Programm keine Informationen über unsere Website mitteilen, wo soll das Programm zusätzliche Informationen hernehmen, die Google sowieso nicht schon hat?

Praxisbeispiel:

Der Provider 1 & 1 bietet im Werbecenter einen Service an, eine Google-Sitemap zu erzeugen. Ein Knopfdruck, und die Sitemap ist eingerichtet.

Auf der Website einer Bekannten ging das Programm dabei so vor: Alle Dateien auf Serverseite wurden gesammelt. Eingetragen wurden offenbar alle Bilder, egal wie unwichtig. Ohne beschreibenden Text natürlich, wo soll das Programm diesen auch hernehmen?
Eingetragen wurden alte Testseiten, die noch auf dem Server lagen. Nicht eingetragen wurden die php-Dateien. In diesem Fall sind die php-Dateien für die Auslieferung der Texte verantwortlich. Ausgerechnet die Dateien, die das Herzstück des Webauftritts ausmachen, werden damit Google verschwiegen. Statt dessen wird die Aufmerksamkeit auf Bilder und alte Testseiten gelenkt.
Verkehrzeichen Ufer: Auto fällt ins WasserWir halten fest: Google liefert schlechtere Ergebnisse als ohne Sitemap, aber niemand merkt es. Wer schaut sich schon eine gezippte xml Datei an?

Wenn in Ihrer Sitemap Murks drinsteht, merken Sie es nicht.

Das Thema ist also komplexer als es erscheint. Meine Faustregeln dazu:

  1. Google Sitemap nur erstellen, wenn Sie ein Grund dafür haben. Solche Gründe können sein: Javascriptmenü, Flashnavigation, unterschiedliche Gewichtungen, doppelte Inhalte, viele Seiten.

  2. Bei einfachen Webauftritten nutzen Sie das Textformat der Sitemaps. Jede Zeile eine URL. Da können Sie wenigstens Fehler finden.

  3. Kein Programm kann Ihre Gedanken lesen. Programme, die so tun als ob, sind gefährlich.

Sind jetzt alle automatischen Sitemapgeneratoren Schrott? Zum Glück nicht. Gute Content-Management-Systeme (CMS) oder auch Blogsysteme können auch dank ihrer Datenbank Sitemaps erzeugen, die Google zusätzlichen Informationen liefern. Überprüfen Sie aber besser das Ergebnis…

Ressourcen:

Autor: Karsten Meier

Weil ich gerne Probleme löse bin ich Informatiker geworden. Für meine Kunden berate und konzeptioniere ich und entwickle mit fast allem, was einen Prozessor hat. Sie finden mich auch auf Twitter

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