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Smart City, die IT-Sicht

Der Begriff „Smart City“ muss zunächst einmal nicht unbedingt etwas mit IT zu tun haben. (vergleiche Teil 1: Smart City, ein Begriff, viele Bedeutungen)

Aus Sicht eines Informatikers ist nun eine Stadt auch ein informationsverarbeitendes Gebilde. Und so versteht man in der IT unter “Smart Cities” meist ein System aus sehr vielen in der Stadt verteilten Datenquellen und Aktoren, und der IT-Infrastruktur, um sie sinnvoll nutzen zu können.

Datenquellen kann so etwas wie ein Temperaturfühler sein, oder ein Bus der meldet das er an einer bestimmten Bushaltestelle ankommt. Und nicht zuletzt können die Smartphones der Bürger die Datenquellen sein.

Aktoren kann so etwas sein wie eine Straßenlaterne, die ein- und ausgeschaltet werden kann.

 

Die Informationen können auch aus der IT-Infrastruktur hinaus fließen, so können dann unabhängige Akteure beispielsweise Service-Apps entwickeln, die auf die Daten zugreifen. Wenn die Daten ohne besondere Bedingungen von jedem weiter genutzt werden dürfen spricht man von Open Data.

Eine einfache Anwendung dieses IT-Smart-City-Begriffs sind demnach verkehrsflussabhängige Ampelsteuerungen. Solche Lösungen gibt es schon länger als den Begriff „Smart City“.

Karte von Malage mit Farbkodirung für die Schwere des Mausproblems

Ein neueres Beispiel wurde in der spanischen Stadt Malaga realisiert. Ziel ist die effektivere Bekämpfung von Ungeziefer. Meldungen von Ungeziefern werden mit Daten vom Umweltsensoren kombiniert, es werden Korrelationen gebildet, zusammen mit der Wettervorhersage wird so die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eine Ungezieferplage in einem bestimmtem Stadtbezirk angezeigt. Die Stadtverwaltung kann dann Bekämpfungsmaßnahmen zielgerichteter planen und durchführen.

Europäische Smart-City-IT-Infrastruktur

Als Anwendungsentwickler ist es vom Aufwand illusorisch, die einzelnen Sensoren einer ganzen Stadt einzeln anzusprechen.Wünschenswert ist eine zentrale Instanz, die Daten der Sensoren einsammelt, in Beziehung setzt und aggregiert. Weil Sensoren Daten über ihre jeweilige Umgebung liefern, nennt man eine solche zentrale Instanz auch einen Context-Broker.

Im europäischen Projekt FIWARE wurde eine solche IT-Lösung entwickelt, die unter anderem auch solch einen Context Broker enthält. Auf alle Daten mit Hilfe von einheitlichen Schnittstellen zugegriffen werden (NSGI9 und NSGI10 der Open Mobile Alliance). Die Städte können damit erprobte Lösung implementieren. Als Anwendungsentwickler hat man die Chance, Lösungen zu schreiben, die für mehrere Städte funktionieren.

Die Infrastruktur wurde zunächst in einigen spanischen Städten eingesetzt. Das obige Beispiel aus Malaga wurde mit dieser Infrastruktur realisiert.

Autor: Karsten Meier

Weil ich gerne Probleme löse bin ich Informatiker geworden. Für meine Kunden berate und konzeptioniere ich und entwickle mit fast allem, was einen Prozessor hat. Sie finden mich auch auf Twitter

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