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Mehrsprachige Webseiten mit Ruby on Rails (3)

Teil 3 – Qualitätssicherung

Texte gehören zu den Teilen einer Anwendung, die häufig geändert werden. Wenn dann noch externe Übersetzer im Spiel sind, kann es leicht passieren, dass Übersetzungen fehlen.

Wir möchten deshalb automatisch testen, dass es zu allen Texten in Sprache A auch Übersetzungen in Sprache B vorhanden sind. Ein solcher Test allein hilft schon sehr, und sollte ja nicht so schwierig sein.
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Classics reloaded: Das Assert-Makro von C

Die erste Version des folgenden Textes stammt noch aus dem Jahr 1996. Er enstand, weil ich bei den damaligen Arbeitgebern beobachtete, dass viele C-Entwickler nicht wussten, was es mit assert() auf sich hat. Hier kommt die Wiederveröffentlichung:

Selbstidentifizierende Fehler

Es gibt in ANSI-C einen Mechanismus, viele Fehler auch ohne Debugger aufzuspüren: Das Assert Macro. Ein Teil des Problems liegt in Deutschland wohl auch im Namen: Assert ist ein Wort, welches im allgemeinen im Englisch an der Schule nicht benutzt wird. Meine Übersetzung hierfür lautet Zusicherung. Das Assert Macro prüft diese Zusicherung, und druckt, falls es schief geht, seine eigene Datei mit Zeilennummer im Quelltext aus. Ein Beispiel:

int readFile(char * filename    char * buffer){
    int filehandle;
    assert( filename != NULL);
    assert(strlen(filename) > 0);
    assert(strlen(filename) < MAX_FILENAMELEN);
    filehandle = open(filename, READ_ONLY);    
    ...
}

Falls jetzt irgend jemand meine Funktion mit falschen Parametern aufruft, z.B. mit einem leeren String, passiert während des Programmlaufes folgendes:

assertion failed in file readfile.c, line 34:strlen(filename) > 0
program aborted

Der Tester, wer immer das ist, kann in der angegebenen Datei die Zeile aufspüren, in der der Fehler auftrat, und erfährt dann, dass die Funktion readFile mit einem Leerstring aufgerufen wurde. Oft hat man damit schon die Fehler gefunden, in den anderen Fällen hat man zumindestens einen Anhaltspunkt.

Frage: Sollte man nicht eine wasserdichte Fehlerbehandlung machen?

Welcome to Reality! Die obige Lösung ist ein Einzeiler. In der Praxis bedeutet dieses: Ein assert() schreibt man auch hin, wenn man meint, das ein bestimmter Fall in der Praxis nie und nimmer auftreten wird. Im obigen Beispiel ist der Programmierer der Aufruffunktion dazu verpflichtet, der Funktion einen Buffer zur Verfügung zu stellen. Wenn der Buffer bei NULL liegt, hat er Mist gemacht.

Bei der Länge des Filenames kommt es auf die Anwendung an: Falls hier ein vom Endbenutzer eingegebener String direkt benutzt wird, ist die assert Lösung allenfalls während der Prototypphase erlaubt. Die Fehler, von denen man damit rechnet, dass sie während des normalen Betriebes auftreten, sollte man selbstverständlich auch korrekt abfangen.

Das Assert hat auch seinen Sinn, wenn es nicht feuert: Bei einer Fehlersuche kann ich sicher sein, dass ein bestimmtes Problem nicht aufgetreten ist, dass ich den Fehler also woanders suchen muss. Nicht zuletzt teile ich den armen Leuten, die mein Programm einmal warten müssen, etwas über meine Intention mit: Der Pointer darf kein NULL-Pointer sein, der Dateiname soll weniger als X Buchstaben haben, …

Das alles kann man auch in die Kommentare schreiben, aber nur Code lügt nicht.

Frage: In C++ und Java gibt es doch den Exception Mechanismus.

Ja der ist oft noch besser, aber leider auch noch etwas komplizierter. Vieles, was ich gesagt habe, lässt sich auch auf diesen Mechanismus übertragen. Leider kann man sich auch nicht immer aussuchen, in welcher Sprache man programmiert.

Frage:Wenn diese Fehlermeldung dann im laufenden Betrieb beim Kunden auftritt, ist das doch eher peinlich. Und das Programm wird doch bestimmt größer und langsamer? Das heißt doch, nachher muss ich alle assert() Anweisungen wieder entfernen?

Zum Glück nicht! Das Assert läßt sich durch einen Compilerschalter aktivieren oder deaktivieren. Wenn in irgendeiner eingebundenen Headerdatei steht:

#define NDEBUG

oder in der Make-Datei:

-DNDEBUG

so wird für das Assert kein Code erzeugt, so als ob man alle assert Zeilen rausediert hätte.

Frage:

Wie funktioniert das eigentlich?

Das Geheimnis liegt im Zusammenspiel von Preprocessor und Compiler. Das Assert ist als Macro implementiert, im allgemeinen in der Datei assert.h. Das Grundgerüst ist folgendes:

#ifdef NDEBUG
#define assert(exp)
#else
#define assert(exp) \
  ( (exp) ? (void) 0 : _assert(#exp, __FILE__, __LINE__))
#endif

Das sieht doch reichlich kryptisch aus, ist jedoch gar nicht so kompliziert: Makros sind Textersetzer. Mittels #ifdef...#else...#endif wird dafür gesorgt, das nur Code erzeugt wird, falls das Symbol NDEBUG nicht definiert ist. Wenn doch wird nämlich assert zusammen mit seinen Argument durch einen leeren String ersetzt, der Compiler bekommt die betreffenden Zeilen nicht einmal zu Gesicht. Im Debugfall setzt der Compiler die Wörter __FILE__ und __LINE__ durch die aktuelle Quelldatei (nicht assert.h, sondern die Datei der Aufrufstelle) und die aktuelle Zeilennummer. Der Ausdruck #exp wird durch den aktuellen Ausdruck als String ersetzt.

Die eigenartige Klammerstruktur (xxx ? yyy : zzz) gehört zum normalen C Sprachumfang, wird jedoch von wohlerzogenen Programmierern nur in Ausnahmefällen wie diesen verwendet. Es ist ein verkürztes if-statement. Die Backslashes am Ende der Zeile verlängern die Zeilen, da der Makromechanismus ausschließlich zeilenorientiert arbeitet. Insgesamt erzeugt der Preprozessor aus der Zeile

  assert(strlen(filename) < 0);

die Zeile

  ((strlen(filename) > 0) ? (void) 0 : _assert("strlen(filename > 0", __FILE__, __LINE__));

Die tief im Inneren einer Library definierte Funktion _assert() gibt die Argumente, z.B. mit printf(), auf den Bildschirm aus und bricht das Programm ab.

Frage: Alles schön und gut, aber ich programmiere mit einem Fenstersystem, manchmal programmiere ich auch Anwendungen ganz ohne Bildschirm. Was nun?

Viele Benutzer haben Glück: In einigen Entwicklungsumgebungen gibt es ein assert(), das ein Pop-up-Fenster öffnet. Ansonsten lohnt es sich für solche Fälle, ein assert-Macro selbst zu schreiben. Das prinzipielle Vorgehen ist dabei, eine Ausgabefunktion zu schreiben, die die betreffende Ausgabe irgendwohin ausgibt, die Datei assert.h zu kopieren und statt des _assert die eigene Ausgabefunktion aufzurufen. Die Ausgabe kann in eine Logdatei, über die Soundschnittstelle, als E-Mail, SMS, Fax, Lavalampen, oder als was auch immer erfolgen.

Ähnlich ist auch in anderen Programmiersprachen zu verfahren. Meistens bieten die Hersteller irgendeine Entsprechung zu __FILE__ und __LINE__ an, selbst wenn es nicht im offiziellen Sprachstandard ist.

Frage: Das ist ja toll, was man mit Macros alles machen kann, ich habe da gerade eine Idee …

Vorsicht: Wer Macros einsetzt, nur um ein paar Zeilen Code zu sparen, wird es irgendwann bitter bereuen. Ich habe mal bei einer Firma ein Macro entdeckt, das dazu dienen sollte, Teile eines Records in einen anderen zu kopieren. Dieses Macro war schon mehrere Jahre bei dieser Firma im Einsatz, leider war es nur manchmal korrekt. Ich habe mit mehreren anderen Entwicklern lange vor dem Macro gesessen, um herausfinden, was es eigentlich tat. Im Prinzip wirkte es sehr praktisch. Je nach dem, mit welchem Record man es aufrief, überschrieb es jedoch einen verbotenen Speicherbereich. Dieses Macro war bestimmt für etliche Abstürze verantwortlich, auch bei ausgelieferten Systemen. Die Firma war übrigens kurze Zeit später pleite …

Zurück ins Jahr 2009

Im Jahr 2009 werden Assert-Methoden oft in Unit-Tests verwendet. Dagegen ist auch nichts einzuwenden. Beim vorliegenden Text ging es mir aber um etwas anderes: die Verwendung von Assert im Programmtext selber. Diese Asserts können auch bei unerwarteten Fehler helfen. Sie sind auch allgemeiner: Sie prüfen Aussagen über das Programm, die immer gelten sollen, nicht nur bei bestimmten Testdaten. Asserts im Programmtext selbst sind deshalb auch bei Nutzung von Unit-Tests nützlich.

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Rotierende Reklametafel mit jQuery

Billboard with changing picturesIm Jahre 1998 habe ich “Meiers Billboard” vorgestellt: Eine virtuelle Anzeigentafel, die Bilder durch Rollen austauscht. Technisch ist es ein Java Applet. Der Ruf von Java im Browser wurde immer schlechter, auch mein Applet war vor allem wegen des Bild des Rahmen verlinkt.

In der Zwischenzeit ist sind die Netze leistungsfähiger, die Rechner schneller geworden und dank CSS gibt es neue Gestaltungsmittel. Bei der Beschäftigung mit dem JavaScript-Framework “jQuery”  stieß ich auf die animate()-Methode und ich fragte mich: lässt sich das Billboard nicht auch mit JavaScript realisieren? Weiterlesen →

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Google Technology User Group Hamburg

Erstes Treffen mit den Themen AppEngine, Mapplets und Gadgets.

[29dsnh4p5a] Am 23. Juni fand das erste Treffen der Google User Group Hamburg statt. Sie beschäftigt sich mit der Vielzahl der Technologien jenseits einer einfachen Suche, die Google inzwischen zur Nutzung auch für eigene Projekte anbietet.
Die Firma “eprofessional” stellte an diesem Abend den Raum und netterweise auch die Getränke. Weiterlesen →

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Mehrsprachige Webseiten mit Ruby on Rails (2)

Teil 2 – Platzhalter, Validierungen, Modellklassen

[Zu Teil 1]

Oft enthalten Webseiten Sätze, in denen sich ein einzelnes Wort sich dynamisch ändert. Beispielsweise “Sie sind als “name” eingeloggt.” Zur Übersetzung können wir natürlich den Satz aus seinen Bestandteilen zusammenbauen. Oft gibt es ein Problem: in verschiedenen Sprachen ist der Satzbau anders.

Besser ist deshalb die sogenannte Interpolation, wie man sie in Ruby ja kennt. Im Satz steht ein markierter Platzhalter, der zur Laufzeit ersetzt wird. Die yaml-Datei zur Spezifikation nutzt hierbei nicht die Ruby Syntax, sondern markiert die zu ersetzenden durch doppelte geschweifte Klammern. Achtung: In Rails 3 hat sich die Syntax leicht geändert.

# Definition
  logmsg: "Sie sind als {{name}} eingeloggt."
# Definition in Rails 3
  logmsg: "Sie sind als %{name} eingeloggt."
 
# Aufruf
I18n.translate(:logmsg, :name => 'Administrator')
# oder in kurz
t :logmsg, :name => 'Administrator'

Wir müssen dabei sicherstellen, das die Parameter von Definition und Aufruf übereinstimmen. Die translate()-Methode dabei relativ tolerant: Überflüssige Parameter werden ignoriert, fehlende Parameter werden mit einem “(???)” ersetzt.

:!: Achtung: die übersetzende Person muss wissen, dass sie die Variablennamen in den Klammern nicht mit übersetzen soll!
Eine weitere kleine Falle lauert bei den Variablennamen: Sie dürfen nicht wie eine der anderen Parameter der translate()-Methode heißen. Verboten sind deshalb “default” und “scope”.

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SQL: Feld aus verknüpfter Tabelle setzen

Ein kleiner Kniff für den Joomla Community Builder

Neulich erhielt ich eine kleine Auftragsanfrage. Ein bestehende Webanwendung wird stark erweitert und dabei auf das CMS “Joomla” umgestellt. Zur Mitgliederverwaltung wird die Erweiterung “Community Builder” eingesetzt.
Bisher hatten die Nutzer eine Nummer als Loginnamen. Diese Nummer soll jetzt für alle alten Nutzer in ein Feld “Mitgliedsnummer” überführt werden. So weit die Anforderung aus Kundensicht.

Analyse

Joomla verwaltet die Benutzer in einer Tabelle jos_user. Weiterlesen →

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Mehrsprachige Webseiten mit Ruby on Rails

Teil 1 – Übersicht

Software in mehreren Sprachen anzubieten ist eine immer wiederkehrende Aufgabenstellung. Um so erstaunlicher ist es, dass Ruby on Rails erst sehr spät hierfür ein standardisiertes Vorgehen eingeführt hat. Seit Version 2.2. ist eine “Internationalization API” Bestandteil von Ruby on Rails.Das Ruby-On-Rails Mehrsprachigkeitsmodul Weiterlesen →

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Jad Check auf Googles Servern

jadchecklogo120x48Der Jad-Check ist ein Qualitätsicherungswerkzeug für Anbieter von Java-Handysoftware. (J2ME- bzw. JME-Midlets)
Er prüft die sogenannte Jad-Datei auf häufig auftretende Fehler. Einige dieser Fehler sind sonst sehr schwer zu finden, sodass man Zeit bei der Fehlersuche spart. Andere Fehler führen nur auf wenigen Handys bei der Installation von Midlets zu Problemen. Nach Murphy Law sind dies typischerweise die von wichtigen Kunden. Als Anbieter kann man sich durch den Test also Ärger sparen und die Kundenzufriedenheit steigern. Weiterlesen →

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Turing Award für Barbara Liskov

Der Turing Award ist wohl die bedeutendste Auszeichnung in der Informatik. Ein guter Grund, sich mit den Errungenschaften von Frau Liskov zu beschäftigen. Ihr Team hat in den Siebzigern die Programmiersprache CLU entwicklet. In dieser Zeit war für die normalen Programmierer die heißeste Frage, ob man tatsächlich Programme ohne goto-Befehle schreiben kann. Weiterlesen →

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Webdesign und Mobiledesign in China

Unsere eigene Kultur bestimmt auch, was wir als ansprechend wahrnehmen, zum Beispiel, welche Webseiten wir gut finden. Das wird einem oft erst bewusst, wenn man mit ganz anderen Vorlieben in anderen Kulturen konfrontiert wird. In Forum Nokia findet sich ein Bericht zu chinesischen Design für klassisches und mobiles Internet. Weiterlesen →

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